Jan 9 / David Gall

EU AI Act vs DSGVO: Die wichtigsten Unterschiede und Schnittstellen

Warum dieses Thema für Unternehmen entscheidend ist

Die digitale Transformation verändert die Art und Weise, wie Unternehmen Daten nutzen und KI-Systeme einsetzen. Mit dem EU AI Act und der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) existieren zwei zentrale Regelwerke, die Compliance und Governance maßgeblich beeinflussen.
Problem: Viele Unternehmen sind unsicher, wie sich die beiden Gesetze unterscheiden und wo sie sich überschneiden.

Lösung:
In diesem Artikel zeigen wir die wichtigsten Unterschiede, die Schnittstellen und geben praxisnahe Tipps für eine integrierte Compliance-Strategie.

Für eine umfassende Einführung in den AI Act empfehlen wir unseren Fachartikel: EU AI Act Leitfaden 2026: Pflichten, Risiken und Umsetzung für Unternehmen

Was regeln EU AI Act und DSGVO?

EU AI Act: Fokus auf KI-Systeme und Risikomanagement

Der EU AI Act ist das weltweit erste umfassende KI-Gesetz. Es verfolgt das Ziel, den Einsatz von KI sicher, transparent und vertrauenswürdig zu gestalten. Die Kernpunkte:

  • Risikoklassen für KI-Systeme: Minimal, begrenzt, hoch, verboten
  • Pflichten für Anbieter und Nutzer: Transparenz, technische Dokumentation, Human Oversight
  • Konformitätsbewertung: Vor dem Inverkehrbringen von Hochrisiko-KI
  • Post-Market Monitoring: Kontinuierliche Überwachung nach Markteinführung
  • Schnittstellen zu IT-Sicherheit und NIS2: Ergänzende Sicherheitsanforderungen

    Mehr Details finden Sie in unserem Artikel: Was ist der EU AI Act? Einfach erklärt für Unternehmen.

DSGVO: Schutz personenbezogener Daten

Die DSGVO regelt den Umgang mit personenbezogenen Daten und stärkt die Rechte der Betroffenen.

Wichtige Aspekte:

  • Rechtmäßigkeit der Verarbeitung
  • Rechte der Betroffenen: Auskunft, Löschung, Datenübertragbarkeit
  • Technische und organisatorische Maßnahmen
  • Meldepflichten bei Datenschutzverletzungen

Die wichtigsten Unterschiede zwischen EU AI Act und DSGVO

Aspekt EU AI Act DSGVO
Regelungsgegenstand KI-Systeme und deren Risiken Verarbeitung personenbezogener Daten
Ziel Sicherheit, Transparenz, Vertrauenswürdigkeit Schutz der Privatsphäre
Adressaten Nutzer von KI, Anbieter, Importeure Verantwortliche, Auftragsverarbeiter
Sanktionsrahmen Bis zu 35 Mio. € oder 7 % des Jahresumsatzes Bis zu 20 Mio. € oder 4 % des Jahresumsatzes

Schnittstellen: Wo sich AI Act und DSGVO überschneiden

Die beiden Regelwerke sind komplementär, aber nicht deckungsgleich.

Wichtige Schnittstellen:

  • Datenverarbeitung in KI-Systemen: DSGVO regelt die Rechtmäßigkeit, AI Act die Sicherheit und Transparenz.
  • Bias und Diskriminierung: Beide Gesetze adressieren faire Verarbeitung.
  • Dokumentationspflichten: AI Act fordert technische Dokumentation, DSGVO verlangt Verarbeitungsverzeichnisse.
  • IT-Sicherheit: Schnittstellen zu NIS2 und Datenschutzmaßnahmen.

Praxis-Tipps für Unternehmen: Integrierte Compliance-Strategie

  1. Inventarisierung aller KI-Systeme → Erstellen eines KI-Register und Prüfung der Risikoklassen.
  2. Datenschutz-Folgenabschätzung (DSFA) erweitern → Ergänzende KI-spezifische Risiken.
  3. Governance-Strukturen aufbauen → Rolle des AI Officer definieren.

  4. Schulungen für Mitarbeiter → Unsere EU AI Act Pflichtschulung bietet praxisnahe Inhalte inkl. Vorlagen und Zertifikat.

  5. Technische Dokumentation vorbereiten → Nutzung von ISO 42001 als Rahmen für KI-Managementsysteme.

FAQ: Häufige Fragen zu AI Act und DSGVO

Frage 1: Muss ich für KI-Systeme eine Datenschutz-Folgenabschätzung durchführen?
Antwort: Ja, wenn personenbezogene Daten verarbeitet werden. Ergänzen Sie KI-spezifische Risiken.

Frage 2: Gelten die Transparenzpflichten des AI Act auch für interne Tools?
Antwort: Ja, sofern sie als „Hochrisiko-KI“ eingestuft sind.

Ein ausführliches FAQ zum Thema EU AI Act finden Sie hier.

Fazit

Der EU AI Act und die DSGVO sind zwei zentrale Säulen der europäischen Regulierung, die sich gegenseitig ergänzen. Während die DSGVO den Schutz personenbezogener Daten sicherstellt, schafft der AI Act verbindliche Standards für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz.

Für Unternehmen bedeutet dies: Die Anforderungen sind nicht isoliert zu betrachten, sondern müssen in eine ganzheitliche Compliance-Strategie integriert werden.

Schulen Sie jetzt Ihre Mitarbeitenden, um Wissen und Verantwortlichkeiten zu verankern.
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